Konferenz für Heilpädagogik und Sozialtherapie
Internationaler Ausbildungskreis
Medizinische Sektion
Freie Hochschule Goetheanum


Grundlagen und Arbeitsweise

A. Grundlagen und Aufgabe
B. Organisation und Arbeitsweise

Vollversammlung
Ausbildungsrat
Anerkennungsgruppe
Arbeitskreis Anerkennungsbegleiter
Schlichtungskreis

C. Anerkennung im Netzwerk der Ausbildungen
 

A. Grundlagen und Aufgaben

Internationaler Ausbildungskreis der Konferenz für Heilpädagogik und Sozialtherapie in der Medizinischen Sektion am Goetheanum

Im Jahre 2002 wurde an der Zusammenkunft der anthroposophisch orientierten Bildungs- und Ausbildungsstätten für Heilpädagogik und Sozialtherapie ein Internationaler Ausbildungskreis der Konferenz für Heilpädagogik und Sozialtherapie in der Medizinischen Sektion am Goetheanum begründet. Gründungsmitglieder waren die am Treffen in Kassel vertretenen Bildungs- und Ausbildungsstätten. Von ihnen wurden diese Richtlinien beschlossen und seither weiter entwickelt.

Grundlage

Der Ausbildungskreis der Konferenz für Heilpädagogik und Sozialtherapie in der Medizinischen Sektion am Goetheanum ist ein Zusammenschluss von Bildungs- und Ausbildungsstätten für Heilpädagogik und Sozialtherapie, sowie der nationalen Verbände, die für Ausbildungsfragen verantwortlich sind.

Mitgliedschaft

Die Mitgliedschaft wird durch schriftliche Erklärung und Benennung eines Repräsentanten an das Sekretariat in Dornach beantragt und durch den Ausbildungsrat bestätigt. Von den Mitgliedern wird eine regelmässige Teilnahme an den jährlichen Treffen erwartet.

Aufgaben

Weiterentwicklung der Grundlagen und Methoden der anthroposophischen Heilpädagogik und Sozialtherapie im Hinblick auf das Ausbildungswesen

Gemeinsame Bearbeitung relevanter Fragestellungen
Erforschung der Ausbildungsgrundlagen
Anregung und Förderung der Forschung, insbesondere der Praxisforschung
Vergleichbarkeit und Anerkennung der Ausbildungsgänge
Anerkennung von Ausbildungsstätten innerhalb der Medizinischen Sektion
Anerkennung im internationalen und nationalen Rahmen
Schaffen von qualitativen Kriterien zur Vergleichbarkeit und Anerkennung

Qualitätsentwicklung der Ausbildungsstätten

Erarbeitung und Umsetzung aktueller Ausbildungsmethoden auf der Grundlage des trialen Ansatzes, wie er im Handbuch für Ausbildungen in Heilpädagogik und Sozialtherapie angelegt ist
Gegenseitige Beratung und Unterstützung auch beim Aufbau neuer Ausbildungsstätten
Fort- und Weiterbildung von Lehrkräften und Ausbildungsbegleitern
Entwicklung von Möglichkeiten des Austauschs von Studierenden

Vertretung des Berufsbildes des Anthroposophischen Heilpädagogen und Sozialtherapeuten

Zusammenarbeit mit anderen Ausbildungs- und Berufsverbänden
Vertretung des Berufsbildes innerhalb internationaler und nationaler Zusammenhänge
Zusammenarbeit innerhalb der Fachwissenschaft

Entwicklung, Aufrechterhaltung und Aktualisierung geeigneter internationaler Netzwerkstrukturen

Pflegen eines umfassenden Bewusstseins
Anbieten von gemeinsamen Handlungsmöglichkeiten
Finanzierung der gemeinsamen Aufgaben
Entwicklung von gemeinsamen Projekten


B. Organisation und Arbeitsweise

Vollversammlung

Die jährlich stattfindende Zusammenkunft des Ausbildungskreises ist die Vollversammlung, bei Abstimmungen hat jedes Mitglied eine Stimme.

Der Ausbildungskreis mandatiert die Mitglieder des Ausbildungsrates und der Anerkennungsgruppe, ebenso deren Organisation und Arbeitsweise. Mandate können nur von Repräsentanten oder Delegierten von Mitgliedern übernommen werden.

Ausbildungsrat
Grundlage

Der Ausbildungsrat ist das koordinierende Organ des internationalen Ausbildungskreises. Er vertritt diesen nach innen und aussen und ist verantwortlich für die Durchführung der Aufgaben des Ausbildungskreises und besteht aus sieben bis neun Mitgliedern

Aufgaben

Die Aufgaben des Ausbildungsrates umfassen insbesondere
• Vor- und Nachbereitung der Treffen des Ausbildungskreises
• Durchführung und Begleitung von Initiativen des Ausbildungskreises
• Koordination der Ausbildungsstätten
• Unterstützung des Sekretariates der Konferenz im Bereich Ausbildung
• Wahrnehmung, Aufgreifen und Bearbeiten von aktuellen Fragestellungen
Der Ausbildungsrat legt gegenüber dem Ausbildungskreis regelmässig Rechenschaft ab.

Arbeitsweise

Zur Wahrnehmung seiner Aufgaben trifft sich der Ausbildungsrat neben den internationalen Ausbildnerta-gungen zwei bis dreimal im Jahr. Spezielle Aufgabenstellungen können in Absprache mit dem Ausbildungskreis auch an kleinere Gruppen delegiert werden. Diese sind dann gegenüber dem Ausbildungsrat rechenschaftspflichtig.

Voraussetzungen

Von den Mitgliedern des Ausbildungsrates wird erwartet
• ein repräsentatives Bewusstsein für die Gesamtheit des internationalen Zusammenhanges
• Initiative im Bewusstsein des Ganzen
• Engagement bezüglich übergeordneter Fragestellungen im Ausbildungsbereich
• Mitarbeit bei der Planung und Durchführung von Aufgaben und Projekten.

Die Mitglieder des Ausbildungsrates müssen in der Lage sein, den vielfältigen Arbeits- und Bewusstseins-rhythmus zwischen Ausbildungskreis und Ausbildungsrat durchzutragen. Die mit den Treffen verbundenen Kosten werden in der Regel von der Ausbildungsstätte getragen, an der die Mitglieder tätig sind.

Zusammensetzung

Bei der Zusammensetzung des Ausbildungsrates werden regionale und fachliche Aspekte berücksichtigt, die Verhandlungssprachen sind Deutsch und Englisch. Das Sekretariat der Konferenz ist ex officio im Ausbildungsrat vertreten.

Amtsdauer

Die Mitglieder des Ausbildungsrates werden für eine Dauer von vier Jahren vom Ausbildungskreis gewählt, eine Wiederwahl ist möglich.

Mandatierung

Die Mitglieder des Ausbildungskreises können Persönlichkeiten für den Ausbildungsrat vorschlagen, die Vorschläge werden dem Sekretariat in Dornach übermittelt. Der Ausbildungsrat führt im Vorfeld Gespräche mit möglichen Mitgliedern, er hat auch das Recht, selber aktiv zu werden.

Aufgrund der Vorschläge erstellt das Sekretariat in Absprache mit dem Ausbildungsrat eine Liste, die dem Ausbildungskreis als Ganzes zur Entscheidung vorgelegt wird. Einzelwahlen sind auf Antrag von 2/3 der anwesenden stimmberechtigten Repräsentanten möglich, die Mitglieder des Ausbildungsrates treten dabei in den Ausstand. Bei Einzelwahl entscheidet die einfache Mehrheit der anwesenden stimmberechtigten Repräsentanten. Einzelwahlen werden schriftlich und geheim durchgeführt.

Anerkennungsgruppe
Grundlage

Um die Anerkennung der Bildungs- und Ausbildungsstätten innerhalb der Medizinischen Sektion umsetzen zu können, wird eine Anerkennungsgruppe gebildet. Diese besteht aus drei bis vier Mitgliedern.

Aufgaben

Die Anerkennungsgruppe ist verantwortlich für den Prozess der Durchführung von Anerkennungen wie er im Papier „Leitfaden Anerkennungsprozess“ beschrieben ist.

Voraussetzungen

Im Regelfall verfügen die Mitglieder der Anerkennungsgruppe über eine mehrjährige und verantwortliche Tätigkeit im Ausbildungsbereich Heilpädagogik oder Sozialtherapie und sind Repräsentanten oder Delegierte von Mitgliedern des Ausbildungskreises. Sie sind auch bereit, an den jährlichen Intervisionstreffen in Kassel teilzunehmen.

Kompetenzen

Die Anerkennungsgruppe bestimmt in Absprache mit dem Ausbildungsrat die Anerkennungsbegleiter. Sie entscheidet auf Grundlage des Berichtes der Anerkennungsbegleiter über die Anerkennung von Ausbildungsstätten, die Verweigerung der Anerkennung oder die bedingte Anerkennung mit Auflagen und Empfehlungen. Die Anerkennungsgruppe entscheidet letztlich auch über den Umfang und die Art der Rezertifizierung.

Mandatierung

Die Mitglieder des Ausbildungskreises können Persönlichkeiten für die Anerkennungsgruppe vorschlagen, die Vorschläge werden dem Sekretariat in Dornach übermittelt. Aufgrund der Vorschläge erstellt das Sekretariat in Absprache mit dem Ausbildungsrat eine Liste, die dem Ausbildungskreis als Ganzes zur Entscheidung vorgelegt wird. Im Übrigen gelten auch hier die Wahlmodalitäten wie beim Ausbildungsrat.

Finanzen

Die Mitarbeit in der Anerkennungsgruppe wird in der Regel von der Ausbildungsstätte des Mitgliedes getragen, Ausnahmen bedürfen der Absprache mit dem Ausbildungsrat.

Rechenschaft

Die Anerkennungsgruppe legt gegenüber dem Ausbildungskreis über ihre Arbeit und diejenige des „Arbeitskreises“ regelmässig Rechenschaft ab.
Die Archivierung der Unterlagen erfolgt beim Sekretariat in Dornach.

Amtsdauer

Die Mitglieder der Anerkennungsgruppe werden für vier Jahre mandatiert, zur Wahl genügt die einfache Mehrheit der anwesenden stimmberechtigten Repräsentanten. Eine Neumandatierung nach vier Jahren ist möglich.

Arbeitskreis Anerkennungsbegleiter
Grundlage

Der Arbeitskreis Anerkennungsbegleiter (im Folgenden Arbeitskreis) bildet sich aus den Anerkennungsbegleitern und der Anerkennungsgruppe. Er besteht aus denjenigen Persönlichkeiten, die Evaluationen im Auftrag der Anerkennungsgruppe durchgeführt haben oder für diese Aufgabe vorgesehen sind.

Aufgaben

Die Aufgabe des Arbeitskreises ist, neben der Durchführung der Evaluationen, die qualitative Weiterentwicklung des Anerkennungsprozesses durch regelmässige Intervision und Fortbildung im Rahmen seiner Aufgabenstellung. Die Teilnahme an den Intervisionstreffen ist verpflichtend.

Voraussetzungen

Im Regelfall verfügen die Anerkennungsbegleiter über eine mehrjährige und verantwortliche Tätigkeit im Ausbildungsbereich Heilpädagogik oder Sozialtherapie. Sie sind auch bereit, an den jährlichen Intervisionstreffen in Kassel teilzunehmen.

Kompetenzen

Der Arbeitskreis kann dem Ausbildungsrat Verbesserungsvorschläge zum Prozess der Anerkennung unter-breiten und Kriterien zur Auswahl von Anerkennungsbegleitern formulieren.

Mandatierung

Die Anerkennungsbegleiter werden durch die Anerkennungsgruppe in Absprache mit dem Ausbildungsrat mandatiert, sie werden dadurch automatisch Mitglied des „Arbeitskreises“

Finanzen

Die mit der regelmässigen Intervisions- und Fortbildungsarbeit des Arbeitskreises verbundenen Kosten werden zum Voraus mit dem Ausbildungsrat geregelt. Reise und Aufenthaltskosten werden in der Regel von der Ausbildungsstätte der Teilnehmenden getragen, Ausnahmen müssen zum Voraus mit der Anerkennungsgruppe geregelt werden.

Amtsdauer

Die Anerkennungsbegleiter sollten ihre Funktion über einen Zeitraum von mindestens fünf Jahren wahrnehmen, eine Bestätigung erfolgt über die Anerkennungsgruppe.

Schlichtungskreis: Organisation und Arbeitsweise
Aufgabe

Der Schlichtungskreis bearbeitet auf Anfrage Konflikte und Streitfälle im Rahmen des Anerkennungsprozesses, wenn diese nicht auf einem anderen Weg gelöst werden können.

Vorgehen

Die Anrufung des Schlichtungskreises erfolgt schriftlich mit Begründung über das Sekretariat in Dornach. Das Sekretariat leitet die Beschwerde an den Ausbildungsrat weiter, dieser entscheidet über die Behandlung der Beschwerde und ernennt dann bei Bedarf den Schlichtungskreis.

Zusammensetzung

Der Schlichtungskreis wird für jeden Konfliktfall neu zusammengesetzt. Er besteht aus zwei delegierten Mitgliedern des Ausbildungsrates und einem Repräsentanten oder Delegierten des Ausbildungskreises, der von der beschwerdeführenden Bildungs- oder Ausbildungsstätte vorgeschlagen wird.
Ist ein Mitglied des Ausbildungsrates in den Beschwerdefall involviert, tritt dieses für die ganze Dauer des Verfahrens in den Ausstand.

Ermächtigung

Der Schlichtungskreis entscheidet endgültig, es gilt die einfache Mehrheit. Es erfolgt eine schriftliche Mitteilung über den Entscheid an alle Beteiligten. Ist die Beschwerde abgeschlossen, legt der Schlichtungskreis gegenüber dem Ausbildungsrat Rechenschaft ab, dann wird er offiziell aufgelöst.

Arbeitsweise

Die Mitglieder des Schlichtungskreises regeln die Form ihrer Zusammenarbeit autonom, es müssen nicht zwingend gemeinsame Besprechungen stattfinden.

Kosten

Entstehen für ein Mitglied des Schlichtungskreises Reiskosten, sind diese bei Ablehnung der Beschwerde durch den Schlichtungskreis durch die beschwerdeführende Ausbildungsstätte zu übernehmen. Wird die Beschwerde durch den Schlichtungskreis gut geheissen, werden die Kosten von der Konferenz übernommen.

Transparenz

Die Mitglieder des Ausbildungskreises werden jährlich über die Arbeit des Schlichtungskreises informiert.


C. Anerkennung im Netzwerk der Ausbildungen für anthroposo-phische Heilpädagogik und Sozialtherapie

I. Grundlegende Gesichtspunkte

Durch ihre internationale Zusammenarbeit bilden die Bildungs- und Ausbildungsstätten für anthroposophi-sche Heilpädagogik und Sozialtherapie ein Netzwerk, das sich einerseits dadurch auszeichnet, dass jede Organisation ihr eigenes unverwechselbares Profil besitzt, andererseits ein Zusammenhang des gegenseitigen Wahrnehmens, Lernens und Entwickelns gebildet worden ist, der das Ausbildungswesen gleichzeitig als eine zusammenhängende Einheit mit eigener Identität erscheinen lässt.

Die Mitglieder des Internationalen Ausbildungskreises der Konferenz für Heilpädagogik und Sozialtherapie verstehen Anerkennung als einen Prozess der Gegenseitigkeit. Dieser bezieht sich im Sinne von Qualitätsentwicklung auf eine gleichberechtigte und verbindliche Zusammenarbeit, die gemeinsames Lernen und neue Handlungsmöglichkeiten eröffnet.

Die Basis für die Fragen bezüglich Anerkennung liegt im «Handbuch für die Ausbildung in anthroposophi-scher Heilpädagogik und Sozialtherapie». Dort sind die grundlegenden Gesichtspunkte zur Ausbildungsqualität und zur Zusammenarbeit im internationalen Netzwerk niedergelegt worden und weiter zu erarbeiten.

Der Bedarf an anerkannten Ausbildungen ergibt sich unter verschiedenen Perspektiven für:

• Studierende, bzw. Bewerberinnen und Bewerber bei der Wahl einer Ausbildungsstätte
• Einrichtungen im Hinblick auf die Qualität und Kompetenz von Mitarbeitenden
• Ausbildungsstätten in der Zusammenarbeit in einem Netzwerk gleicher Ziele und Interessenden
• den Ausbildungskreis selbst und das internationale Netzwerk bei der Vertretung des Berufsbildes anthroposophischer Heilpädagogik und Sozialtherapie nach innen und aussen

Die Anerkennung innerhalb des Netzwerks «Heilpädagogik und Sozialtherapie» ersetzt nicht die Anerken-nung der Bildungs- und Ausbildungsstätten innerhalb ihres jeweiligen Rechtsgebiets. Dort sind diese eingebunden in nationale ausbildungsrechtliche Gegebenheiten und Bedingungen. Diese sind die Grundlagen für die Durchführung der Ausbildungen im Hinblick auf die staatliche Anerkennung der Diplome und Zertifikate und die berufsrechtliche Stellung der Absolventen.
Die Anerkennung auf der Ebene der Medizinischen Sektion/Konferenz für Heilpädagogik und Sozialtherapie drückt aus, dass Inhalte und Methoden einer Ausbildung für anthroposophische Heilpädagogik und Sozialtherapie entsprechen. Sie kann Ausbildungsgängen unterschiedlicher Zeitdauer, Niveaustufen  und Fachrichtungen innerhalb des Berufsspektrums verliehen werden.

II. Anerkennungsbedingungen

Als Grundlage für die Anerkennung einer Bildungs- oder Ausbildungsstätte im Netzwerk des Internationalen Ausbildungskreises gelten:

Aktive Zusammenarbeit im Ausbildungskreis

Anerkannt werden können Bildungs- und Ausbildungseinrichtungen, die regelmässig als Mitglieder im internationalen und nationalen Netzwerk des Ausbildungskreises der Konferenz für Heilpädagogik und Sozialtherapie mitarbeiten. Dazu gehören die Teilnahme an den Zusammenkünften und gemeinsamen Weiterbildungen, sowie die Information über die Entwicklung der eigenen Ausbildungsstätte.

Transparenz / Information über Konzeption und aktuelle Situation der Ausbildungsstätte

Im Verlauf des Anerkennungsverfahrens stellt die Bildungs- oder Ausbildungsstätte ein Portfolio mit detaillierten Informationen hinsichtlich der Konzeption und Durchführung der Ausbildung und der aktuellen Situation zur Verfügung. Darin ist auch ein Bericht zur Selbstevaluation enthalten.

Kollegiale Wahrnehmung

Für den Anerkennungsprozess haben die Bildungs- oder Ausbildungsstätten Anerkennungspartner, welche diese im Sinne einer Peer-Evaluation zu Hospitationen und Gesprächen besuchen.

III. Anerkennungsprozess

Verantwortlich für den Anerkennungsprozess ist als Prozesseigner die Anerkennungsgruppe. Ihr stehen Anerkennungsbegleiter zur Seite, welche die Einrichtungen besuchen.

1. Antrag auf Anerkennung

Die Bildungs- oder Ausbildungsstätte, welche die Anerkennung anstrebt, meldet dies an die Anerkennungsgruppe unter Vorlage eines Portfolio. Die Anerkennung kann auf den Stufen Ausbildung, Weiterbildung oder Einführungskurs beantragt werden.

2. Anerkennungsverfahren

Die Anerkennungsgruppe leitet den Anerkennungsprozess ein und spricht mit der Bildungs- oder Ausbil-dungsstätte die Anerkennungsbegleiter ab.

3. Durchführung

Die Beurteilungsgrundlagen über die Anerkennung liegen in den Gesichtspunkten des Handbuchs für Ausbildung, der Selbstevaluation der Bildungs- oder Ausbildungsstätte, der Beurteilung des Portfolios und dessen Anlagen und in den Wahrnehmungen der Anerkennungsbegleiter.

Die Anerkennungsbegleiter besuchen die Einrichtung und erstellen einen Bericht an die Anerkennungsgruppe, aus dem hervorgeht, ob sie die Anerkennung befürworten.

Diese trifft den Anerkennungsbeschluss.

Die Anerkennung wird für 5 Jahre ausgesprochen und kann danach erneuert werden. Notwendig wird eine Erneuerung oder Neubeurteilung auch dann, wenn grundlegende Veränderungen eingetreten sind. Grundlegende Änderungen während der Gültigkeitsdauer des Zertifikats müssen von der Bildungs- oder Ausbildungsstätte zwingend der Anerkennungsgruppe gemeldet werden.

Möglich sind folgende Entscheidungen:

• Anerkennung
• Anerkennung nach erfüllten Auflagen
• Nicht-Anerkennung

In den beiden letzten  Fällen hat die Bildungs- oder Ausbildungsstätte die Möglichkeit, über das Sekretariat in Dornach und den Ausbildungsrat den Schlichtungskreis anzurufen.

Die Anerkennung kann aberkannt werden, wenn die Bedingungen für die Anerkennung nicht mehr vorliegen. Die Entscheidung darüber liegt bei der Anerkennungsgruppe und muss vom Ausbildungsrat bestätigt werden.
Umfang und Dauer der Rezertifizierung nach 5 Jahren werden in Absprache mit der Bildungs- oder Ausbil-dungsstätte von der Anerkennungsgruppe festgelegt.

4. Anerkennungszertifikat

Über die Anerkennung wird ein Zertifikat der Medizinischen Sektion / Konferenz für Heilpädagogik und Sozialtherapie ausgestellt. Die Bildungs-  oder Ausbildungsstätte kann auf ihren Dokumenten und Zeugnissen darauf hinweisen, z.B. mit der Formulierung: «Anerkannt durch die Medizinische Sektion am Goetheanum, Konferenz für Heilpädagogik und Sozialtherapie».

5. Kosten

Anerkennungsgruppe und Anerkennungsbegleiter arbeiten ehrenamtlich. Sie werden für Ihre Unkosten nach Bedarf entschädigt. Die Auslagen für die jeweiligen Anerkennungsbegleiter trägt die Bildungs- oder Ausbildungsstätte, welche die Anerkennung beantragt hat, die Kostenfrage muss im Vorfeld geklärt werden.

6. Regelungen

Alle Verfahrensfragen sind im „Leitfaden Anerkennungsprozess“, der auf Antrag der Anerkennungsgruppe durch den Ausbildungsrat in Kraft gesetzt wird, festgelegt.

 


Das Papier «Grundlagen und Arbeitsweise» des internationalen Ausbildungskreises der Konferenz für Heilpädagogik und Sozialthera-pie wurde in seiner ersten Fassung im Jahr 2002 von dessen Vollversammlung beschlossen und im Mai 2007 revidiert. Die vorliegende erweiterte Fassung wurde am 13. Mai 2011 vom Ausbildungskreis verabschiedet und in Kraft gesetzt. Erste Überarbeitung Mai 2014.