Leitmotive und Arbeitsweise

Heilpädagogik und Sozialtherapie auf anthroposophischer Grundlage

Anthroposophische Heilpädagogik und Sozialtherapie hat sich seit ihrer Begründung 1924 aus den menschenkundlichen, methodologischen und ethischen Grundlagen der Geisteswissenschaft Rudolf Steiners entwickelt. Sie hat zu vielfältigen Angeboten, Einrichtungen und Initiativen für und mit Menschen mit besonderem Bildungs- und Entwicklungsbedarf aller Altersstufen in mehr als 40 Ländern geführt. 

Ihr Anliegen ist die Bildung, Begleitung und Förderung von seelenpflegebedürftigen Menschen, die Gestaltung individualisierter und gemeinschaftlicher Entwicklungsräume und die Integration von Menschen mit Behinderung in die Gesellschaft. Im Zentrum steht dabei die Entwicklung des Menschen in seinen leiblichen, seelischen und geistigen Dimensionen, die Teilhabe in der Gesellschaft und sein Bedürfnis in Gemeinschaft mit anderen Menschen zu leben.

Anthroposophische Heilpädagogik und Sozialtherapie ist in einem weltweiten Zusammenhang von Menschen und Organisationen in einem Netzwerk organisiert, das auf dem Bedürfnis nach gemeinsamer Arbeit an den spirituellen, wissenschaftlichen und praktischen Grundlagen der Heilpädagogik und Sozialtherapie, gegenseitiger Unterstützung und Hilfeleistung und der Arbeit an aktuellen Zeitfragen, Aufgaben und Herausforderungen beruht.

Konferenz für Heilpädagogik und Sozialtherapie

Die Konferenz für Heilpädagogik und Sozialtherapie ist ein Organ der Medizinischen Sektion der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft am Goetheanum.

Grundlage der Arbeit der Konferenz bilden die Erkenntnisse des anthroposophischen Menschenverständnisses, wie sie von Rudolf Steiner für die Heilpädagogik und Sozialtherapie entwickelt wurden. Die Konferenz pflegt die geisteswissenschaftlichen Grundlagen der Heilpädagogik und Sozialtherapie und greift aktuelle Fragestellungen ihres Berufsfelds auf Sie dient der Begegnung, gegenseitigen Wahrnehmung, Unterstützung und Initiative. Sie ist ein Ort der Gemeinschaftsbildung, an dem Fragen, Anliegen und Probleme über Ländergrenzen hinweg besprochen und verbindlich und fruchtbar bearbeitet werden können.

Zusammenarbeit

Die Konferenz trifft sich in der Regel einmal im Jahr zu einer Klausurtagung; diese Treffen werden von einer von ihr gewählten Koordinationsgruppe vor- und nachbereitet.

Die weltweite Vernetzung, die Arbeit der Konferenz und der Arbeitskreise werden durch ein Sekretariat in Dornach koordiniert.

Um spezifische Fragen bearbeiten zu können, bildet die Konferenz die hierfür notwendigen Organe und Arbeitsgruppen, die ihr gegenüber rechenschaftspflichtig sind.

Die Konferenzmitglieder repräsentieren in der Konferenz ihr Land oder ihren Arbeitsbereich, berichten über aktuelle Entwicklungen und bringen die Fragen und Aufgabenstellungen in die Konferenz ein. In ihrem Land oder ihrem Arbeitsbereich repräsentieren und vertreten sie die Aufgaben der Konferenz, indem sie deren aktuelle Anliegen dort kommunizieren und vertreten.

Mitgliedschaft

Die Länder und Regionen, sowie die Fachgruppen und Arbeitsfelder haben das Anrecht auf Mitwirkung in der Konferenz. Die Zahl der Repräsentanten pro Land und Fachgruppen sind über einen Schlüssel bestimmt.

Die entsprechenden Kreise delegieren aufgrund der dafür gültigen Vereinbarungen und in Absprache mit dem Sekretariat repräsentative Persönlichkeiten für drei bis fünf Jahre (der Zeitraum wird von den Ländern individuell festgelegt) in die Konferenz. Eine Wiederwahl ist möglich, die Erneuerung der Delegation soll schriftlich bestätigt werden. 

Von den Delegierten wird neben der Vertretung ihrer Region oder ihres Arbeitsfeldes die innere Verbundenheit mit der Anthroposophie und dem Lebensgebiet Heilpädagogik und Sozialtherapie erwartet. Darüber hinaus wird mit ihrem Interesse und Engagement für den weltweiten Zusammenhang der Heilpädagogik und Sozialtherapie und die Weiterentwicklung des Berufsfeldes gerechnet. 

Die Delegierten sind für den Informationsfluss zwischen der Konferenz und dem Bereich, von dem sie delegiert wurden, verantwortlich.

Die Teilnahme an den Treffen ist verbindlich, bei Nichterscheinen werden schriftliche Abmeldungen erwartet. Die Termine werden ein Jahr vorher bekannt gegeben, alle Informationen werden vom Sekretariat kommuniziert und sind auch auf der Website der Konferenz abrufbar. 

Für den Fall der Uneinigkeit bezüglich einer Delegation kann die Koordinationsgruppe zur Entscheidung herangezogen werden.

Finanzierung

Die Arbeit der Konferenz für Heilpädagogik und Sozialtherapie wird über Beiträge der in ihr zusammenarbeitenden Länder finanziert. Diese bestimmen die Höhe ihres jeweiligen Bei-trags aufgrund eines solidarischen Beitragsschlüssels selbst. Zuständig für die Finanzplanung ist der Fonds für Heilpädagogik und Sozialtherapie in Zusammenarbeit mit den Mitgliedern des Wirtschaftskreises.

Arbeitsgruppen

Internationaler Ausbildungskreis
Seine Aufgabe ist es, die internationale Zusammenarbeit von Ausbildungsstätten auf dem Gebiet der Aus- und Weiterbildung im Bereich Heilpädagogik und Sozialtherapie zu fördern. Diese umfasst Vernetzung, Ausbildungsforschung, Wissenstransfer und gegenseitige personelle wie materielle Unterstützung. Die Mitgliedschaft bildet sich durch Beitritt.

Das Initiativorgan des Ausbildungskreises ist der Ausbildungsrat, der von ihm gewählt wird. 

Der Ausbildungskreis kann Mitgliedseinrichtungen eine Anerkennung auf dem Boden der Medizinischen Sektion aussprechen, die durch ein eigenes Anerkennungsverfahren erworben wird. Zuständig dafür ist die Anerkennungsgruppe, die vom Ausbildungskreis gewählt wird.

Der internationale Ausbildungskreis regelt seine Aufgaben und Verfahrensweisen selbst und hat diese in eigenen Satzungen niedergelegt.

Sozialtherapeutische Gruppe
Ihre Aufgabe ist die Bearbeitung aller Fragen und Anliegen, die sich in der Arbeit mit erwachsenen Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen ergeben. Die Gruppe führt regelmässige Arbeitstreffen und Fachtagungen durch.

Die Gruppe kann sich durch Kooption bilden. Es können aber auch Repräsentanten aus Ländern oder Arbeitsfeldern der Sozialtherapie in sie entsendet werden. Sie gibt sich ihre Geschäftsordnung selbst.

Ärzte in Heilpädagogik und Sozialtherapie
In dieser Arbeitsgruppe arbeiten Ärzte, die in der Heilpädagogik und Sozialtherapie tätig sind, zusammen. Sie führen einmal jährlich eine Arbeitstagung durch. 
Die Gruppe der Ärzte hat keine definierte Mitgliedschaft, sondern jede Ärztin oder Arzt ist eingeladen, an der Arbeit teilzunehmen.

ECCE, European Cooperation for Curative Education and Social Therapy
Die ECCE ist ein europaweit arbeitender Dachverband, dessen Mitglieder aus Eltern- und Angehörigenverbänden und Einrichtungsverbänden bestehen. Sie ist vor allem in den sozialpolitischen Fragen innerhalb der Europäischen Union tätig.

Die ECCE besitzt einen eigenen Rechtsträger mit einem gewählten Vorstand und eigenem Sekretariat.
www.eccenet.com

Wissenschaftskreis
In dieser Arbeitsgruppe werden Fragen bearbeitet, die mit den wissenschaftlichen Frage-stellungen innerhalb der Heilpädagogik und Sozialtherapie zu tun haben. Sie ist zugleich eine Plattform des Austauschs über individuelle Forschungsprojekte.
Die Teilnahme am Wissenschaftskreis ist jedem freigestellt, der mit anderen an diesen Fragen zusammenarbeiten will.

Wirtschaftskreis
Von den Ländern benannte Persönlichkeiten übernehmen die Koordination mit dem Fonds für Heilpädagogik und Sozialtherapie hinsichtlich der wirtschaftlichen Fragen und Aufgaben der Konferenz.

Koordinationsgruppe
Die Koordinationsgruppe hat die Aufgabe, die jährlichen Klausurtagungen der Konferenz für Heilpädagogik und Sozialtherapie vor- und nachzubereiten und durchzuführen. Die Konferenz kann der Koordinationsgruppe weitere Aufgaben übertragen.

Ihre Mitglieder werden von der Konferenz für eine Dauer von vier Jahren gewählt. Die Kon-ferenzmitglieder haben das Recht Vorschläge für die Besetzung der Koordinationsgruppe zu unterbreiten, aus denen das Sekretariat eine Vorschlagsliste erstellt, die der Konferenz zur Bestätigung vorgelegt wird.

Fonds für Heilpädagogik und Sozialtherapie
Rechtsträger der Konferenz für Heilpädagogik und Sozialtherapie ist der Fonds für Heilpädagogik und Sozialtherapie mit Sitz in Arlesheim, Schweiz. Er ist ein nicht eingetragener, gemeinnütziger Verein nach schweizerischem Recht. Seine Mitglieder werden kooptiert.


Der Präsident und die Mitglieder des Vorstands werden laut Satzung von den Vereinsmitgliedern für eine Amtsdauer von einem Jahr gewählt.

Der Fonds für Heilpädagogik und Sozialtherapie verantwortet die wirtschaftlichen Mittel der Konferenz. Er ist zuständig für die Erstellung des Jahresbudgets und des Jahresabschlusses. Der Jahresabschluss wird von einer externen Revisionsstelle geprüft, den Konferenzmitgliedern zur Verfügung gestellt und in der Zeitschrift Seelenpflege veröffentlicht.

Die Leitung des Sekretariats ist in der Verwendung der Mittel dem Fonds für Heilpädagogik und Sozialtherapie gegenüber rechenschaftspflichtig.

Sekretariat der Konferenz für Heilpädagogik und Sozialtherapie

Die Konferenz für Heilpädagogik und Sozialtherapie unterhält ein Sekretariat innerhalb der Medizinischen Sektion am Goetheanum. 
Seine Aufgaben sind:

Koordination des internationalen Netzwerks,
Repräsentation der Konferenz innerhalb der Sektion, der heilpädagogischen und sozialtherapeutischen Bewegung, im Fachgebiet und in der Öffentlichkeit,
Zusammenarbeit mit den nationalen Verbänden der anthroposophischen Heilpädagogik und Sozialtherapie und mit den Einrichtungen in den Ländern,
Veranstaltung von Tagungen und Weiterbildungsveranstaltungen,
Herausgabe von Publikationen und Zeitschriften,
Unterhalt von Bibliothek und elektronischen Medien,
Unterhalt der Website,
Förderung von Forschung und wissenschaftlicher Arbeit,
Information und Beratung von Einrichtungen und Einzelpersonen,
Verwaltung der finanziellen Mittel der Konferenz und Projektfinanzierung

Die personelle und materielle Ausstattung des Sekretariats wird durch den Fonds für Heil-pädagogik und Sozialtherapie festgelegt. Soweit dies finanzielle Mittel der Bewegung erfordert, werden darüber Konferenzbeschlüsse gefasst.

Leitung des Sekretariats

Die Leitung des Sekretariats wird durch die Leitung der Medizinischen Sektion gemeinsam mit einer dafür ad hoc einzurichtenden Findungskommission bestimmt. Die Sektionsleitung besetzt die Findungskommission im Einvernehmen mit der Koordinationsgruppe.

Aktuelle Dokumente

werden den Konferenzmitgliedern regelmässig zur Verfügung gestellt und sind über über das Intranet der Konferenz abrufbar.

Dieses Papier „Leitmotive und Arbeitsweise“ wurde von der Konferenz für Heilpädagogik und Sozialtherapie im Oktober 2006 beschlossen.
 

Leitmotive und Arbeitsweise als pdf downloaden